Grüneberg ERINNERT

 Unser Konzept

Das ehemalige KZ-Außenlager von Ravensbrück in Grüneberg befand sich damals,
das war die Besonderheit, direkt im Ort. Für die Bewohner*Innen von Grüneberg war
es also nicht zu übersehen und galt als Teil des Kriegsalltags. Heute erinnert nur
noch eine schwer zu findende Tafel an das, was dort geschehen ist.
Unser Ziel ist es daher, interessierten BesucherInnen, nicht durch die Straße der
Anwohner zu führen, sondern den Blick „von oben“ auf das ehemalige Lagergelände
zu ermöglichen. Das verschafft einen Überblick und bietet eine gewisse Distanz zu
dem Geschehen. Auch wird so vermieden, die Anwohner direkt zu stören. Der
erweiterte Gedenkort soll sich neben den Bahnschienen vor der Böschung befinden
und so gut und direkt erreichbar vom Bahnhof sein. Eine Rampe führt dann von den
Informationsstelen hinunter zum schon bestehenden Gedenkort.
Bei der Ankunft am Gedenkort fällt der erste Blick auf die Stelen (1). Diese bieten
Informationen über verschiedene Bereiche des Lageralltags, beispielsweise die
Arbeit in der Munitionsfabrik und den Bedingungen vor Ort. Zusätzlich ist es uns ein
Anliegen, die Information auch in Form eines kindgerechten Ansatzes und in
einfacher Sprache zu präsentieren, um möglichst viele Gruppen der Gesellschaft
einzubeziehen. Außerdem soll der künftige Gedenkort so barrierefrei wie möglich
sein, was man am geplanten Weg nach unten erkennen kann. Auch der Steg aus
verzinktem Gitterrost (3), der über dem abfallenden Gelände aufgeständert ist, soll
für alle zugänglich sein und einen Blick über das gesamte ehemalige Lagergelände
bieten können. Zwischen dem künftigen Steg und dem Weg nach unten befindet sich
ein originales Zaunelement (9), was Teil der damaligen Lagergrenze war. Um den
Besucher*Innen verständlicher zu machen, wie groß das Gelände war, werden sich
an den Eckpunkten Markierungen befinden (siehe 8). Diese könnte man
beispielsweise mit Bäumen kennzeichnen. Wir wissen natürlich, dass einige
Eckpunkte sich auf privaten Grundstücken befinden würden, weshalb wir mit den
Anwohner*Innen immer den Dialog suchen und so eventuell Alternativen finden
können.

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Beschreibung der baulichen Elemente des Gedenkortes

1. Stelen: Die Information-Stelen sind der zentrale Ort um etwas über die
Geschichte des Außenlagers zu erfahren.
Die Grundkonstruktion besteht aus einem nicht rostenden Stahlprofil. Sie sind
von beiden Seiten mit Schrift und Bildtafeln versehen. Diese sind so gestaltet,
dass auch Rollstuhlfahrer die Informationen lesen können. Bei der
Wissensvermittlung werden auch pädagogische Aspekte für Kinder und
Jugendliche mit berücksichtigt.
Die Anordnung der Stelen in einer leichten S-Kurve fasst den Ort und
„beschützt“ die offene Gruppe der Hocker und Tische.

2. Sitzhocker und Tische: Die Hocker sind als achteckige, vorfabrizierte
Elemente aus Beton gedacht. Die Hocker kommen ohne Fundament aus und
sind aufgrund ihres Gewichtes und Materials vor Diebstahl und Vandalismus
geschützt. Die Sitzfläche ist leicht geneigt so dass Wasser abfließen kann. Die
Oberfläche bekommt einen Farbanstrich, der, wenn notwendig, leicht erneuert
werden kann. Zwischen den Hockern sind Tische als Ablage- und
Schreibmöglichkeit angeordnet, so dass Gruppen oder Klassen hier einen
Diskussion- und Lernort vorfinden.

3. Der Steg aus verzinktem Gitterrost, führt den Besucher an einen
Aussichtspunkt. Durch den Geländeversprung von 2-3 Metern hat man von
vorne einen Überblick über das ehem. Lagergelände. Der Steg ist barrierefrei
weil er auf der Höhe des Vorgeländes bleibt. Im Bereich des
Geländeversprungs ist der Steg aufgeständert, hebt sich also vom Boden ab.
Beidseitig ist ein Geländer mit Handlauf angebracht. Dadurch wird der Steg
deutlich als Teil des Gedenkortes wahrgenommen.
Am vorderen Punkt sind in einem Metallrahmen, auf einer Glasscheibe, die
Umrisse des ehem. Lagers angebracht. Wenn man von einem bestimmten
Winkel aus durch diesen blickt, kann man die Position der ehem. Baracken
und Zäune wahrnehmen und verstehen.

4. Ein barrierefreier Weg führt als Rampe nach unten zum bestehenden
Gedenkort. Hier soll weiterhin ein Ort zur Ehrung der Opfer sein.

5. Die Lagergrenze, zw. Vorbereich mit Entwesungsbaracke und
Unterkunftsbaracken, bestand vermutlich aus mit Stacheldraht verbundenen
Betonpfosten die dann mit Schilfmatten belegt und dadurch schwer
durchsichtig gemacht wurden.

6. Der bestehende Gedenkort soll in seiner Form so erhalten bleiben und für
kleine Festakte und Kranzniederlegungen genutzt werden.

7. Die gestrichelte Line zeigt die ehemalige Lage der Lagerbaracken und
sonstiger Lagergebäude

8. Die Eckpunkte des Lagers sollen markiert werden. Hier könnten zum
Beispiel Säulenpappeln oder eine anderer schlanker Baum gepflanzt werden.

9. Originale Zaunpfähle* sind erhalten und sollen hier aufgestellt werden um die
Lagergrenze anschaulich zu machen. Hierbei handelt es sich um die einzigen
noch erhaltenen, baulichen Elemente des ehemaligen Lagers.

10. Ein Paar Fahrradständer und ein Papierkorb sollen für etwas Ordnung am
Gedenkort sorgen.
- Die Wahl der Materialien und reduzierte Gestaltung sind auch wegen evtl.
Vandalismus so gewählt.
- Die Pflege und Unterhaltung des Gedenkortes ist so weit möglich reduziert.
- Der Gedenkort kommt ohne einen Raum aus, ist jedoch erweiterbar gedacht.
- *Neben den Zaunpfählen sind noch die Fundamente der Unterkunftsbaracken
und Gebäudeteile des Strafbunkers, Gemüsekellers und die
Versorgungsleitungen evtl. archäologisch zu erschließen.

Planungsstand Juli 2020




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